Laut aktuellen Studien belaufen sich die wirtschaftlichen Schäden durch psychische Erkrankungen derzeit auf rund 87 Milliarden Euro jährlich. Bis zum Jahr 2030 könnten diese Kosten sogar auf bis zu 120 Milliarden Euro anwachsen.
Ein Großteil dieser Belastung entsteht nicht durch kurzfristige Krankmeldungen, sondern durch langfristige Folgen wie reduzierte Erwerbsfähigkeit oder den vollständigen Ausstieg aus dem Berufsleben.
Hintergründe
Besonders relevant ist das Thema im Kontext der Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn psychische Erkrankungen zählen inzwischen zu den häufigsten Ursachen dafür, dass Menschen ihren Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben können.
Unter Berufsunfähigkeit versteht man die dauerhafte Unfähigkeit, den zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen weiterzuführen. Dabei haben sich die Ursachen in den letzten Jahren deutlich verschoben: Während früher körperliche Erkrankungen dominierten, stehen heute psychische Leiden wie Depressionen oder Angststörungen im Vordergrund.
Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf Versicherer und Versicherte:
- steigende Leistungsfälle
- strengere Risikoprüfungen
- größere Bedeutung einer frühzeitigen Absicherung
Junge Menschen und Schüler: Ein unterschätztes Risiko
Ein Aspekt, der häufig unterschätzt wird, betrifft Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Psychische Belastungen treten zunehmend bereits im Schulalter auf.
Schüler werden heute häufiger durch Schulpsychologen oder therapeutische Angebote betreut – etwa aufgrund von:
- Leistungsdruck
- sozialen Ängsten
- Depressionen oder Burn-out-ähnlichen Symptomen
Psychische Erkrankungen beginnen oft früh und verlaufen nicht selten chronisch. Das ist besonders relevant für die Versicherbarkeit:
- Bereits dokumentierte psychische Behandlungen können später zu Einschränkungen oder Ablehnungen bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung führen.
- Auch Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse sind möglich.
Warum frühe Absicherung entscheidend ist
Gerade vor diesem Hintergrund gewinnt eine frühzeitige Absicherung enorm an Bedeutung – idealerweise bereits im Schüler- oder Ausbildungsalter.
Die Vorteile liegen auf zwei Ebenen:
1. Beitragshöhe
Je jünger und gesünder eine Person ist, desto günstiger sind in der Regel die Beiträge.
2. Versicherbarkeit (noch wichtiger!)
Noch entscheidender ist jedoch die Gesundheitsprüfung:
- Wer früh abschließt, hat meist noch keine diagnostizierten Vorerkrankungen.
- Spätere psychische Diagnosen können den Zugang zur Versicherung erheblich erschweren oder unmöglich machen.
Das bedeutet: Es geht nicht nur darum, Geld zu sparen – sondern überhaupt versicherbar zu bleiben.
Gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung
Psychische Erkrankungen betreffen nicht nur einzelne Personen, sondern die gesamte Gesellschaft:
- Rund 16 % der Bevölkerung sind betroffen.
- Die Erwerbsquote liegt bei Betroffenen deutlich niedriger als bei gesunden Menschen.
- Ein großer Teil der Kosten entsteht durch langfristige Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit.
Damit sind psychische Erkrankungen nicht nur ein medizinisches, sondern auch ein zentrales wirtschaftliches Risiko.
Psychische Erkrankungen sind längst zu einem der wichtigsten Risikofaktoren für Berufsunfähigkeit geworden – mit steigender Tendenz.
Besonders kritisch ist die Entwicklung bei jungen Menschen, da frühe Diagnosen langfristige Auswirkungen auf die Versicherbarkeit haben können.
Eine frühzeitige Absicherung ist daher essenziell – nicht nur aus Kostengründen, sondern vor allem, um sich den Zugang zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt zu sichern.
Quellen
- Zurich Insurance Group Bericht „The Value of Mental Health“
- Statistiken zu Kosten und Betroffenenzahlen
- Grundlagen zur Berufsunfähigkeit
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